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Stills << showcases >>

Video/Stills

Das urbane Leben der Gesellschaft findet in den Fußgängerzonen der Innenstädte statt. Sie werden bestimmt durch die riesigen Schaufenster, die als hell erleuchtete Lichtboxen die Sehnsüchte der Menschen wecken. Puppen, wie lebensgroße Mannequins, mit Traumfiguren, vor Wunschwelten, die künstlich erschaffen sind, spiegeln den Mehrwert des Scheins wieder.
Die Präsens dieser Innenstadtkulissen, widerspiegeln die Verdrängung der Kultur durch den Konsum, der unsere heutige Gesellschaft bestimmt. Die Gestaltung der Schaufenster leitet uns durch das Jahr mit seinen traditionellen wie auch Lifestyle Festen. Diese sind von Werbespezialisten direkt auf das Land und dessen Menschen ausgerichtet. Die in den Schaufenstern zu sehenden Inszenierungen der Warenwelten, prägen so das urbane gesellschaftliche Leben.

Geht der sich durch die Stadt bewegende Mensch an den Schaufenstern vorbei, möchte er sich mit den ausgestellten Waren identifizieren. Optisch wird er beim betrachten durch die spiegelnden riesigen Glasfenstern, ein Teil der Ware. Diese Verschmelzung zwischen Sein (Betrachter) und Schein (Ware) bringe ich durch mein Video in eine visuelle Ebene. Es entsteht eine Kommunikation zwischen realem Leben und irrealen Traumwelten, die natürlich keine wirkliche Interaktion entwickelt. Diese Kommunikationsproblematik ist für das heutige Leben in unserer Gesellschaft, das durch virtuellen Ebenen, z.B. Computerspiele, einseitig gelebt wird, bestimmend.


Arbeitskonzept

Das Video besteht aus vielen Clips, die ich im Laufe eines Jahres aufgenommen habe. Es dokumentiert so den Jahreszeitenablauf in unserer Gesellschaft. Immer ist die Kamera auf Schaufenster gerichtet und nimmt die Spiegelungen der Menschen im Kontext zu den Schaufensterwelten auf. Es entsteht im Film eine Realitätsverschiebung, die durch die Verschmelzung zwischen menschlichen Alltag und den künstlichen Schein der Schaufensterkulisse, dem Videobetrachter eine neue Wirklichkeitsebene suggeriert. Die Geschwindigkeit des Filmes ist auf 50% reduziert, dieses verstärkt die Künstlichkeit der Wiedergabe.
In einzelnen ausbelichteten Stills werden die Schnittstellen der Verschmelzungen zwischen realer Welt und künstlicher Welt dokumentiert.

Quicktime, Video, DV-Pal,
Sprache_deutsch

Idee, Regie, Realisation – Ulrike Stockhaus
Dortmund, 2007